Personennamen

Der Personennamen ist eine Eigenschaft einer Person, nicht ihr Identifikator. Eine Person kann mehr als einen Namen haben und verschiedene Personen den selben.

Einige Regeln zur Angabe von Personennamen

Die Namenskonventionen verschiedener Kulturen sind so unterschiedlich, dass keine ausdifferenzierte Standardstruktur festgelegt werden konnte.

Der Nachname einer Person (in NAME), sofern bekannt, wird durch zwei Schrägstriche (/) eingeschlossen.
Die Reihenfolge der Namensteile sollte so sein, wie sie die Person einem Schriftführer diktiert hätte.
Falls ein Teil des Namens unleserlich ist, sollte dieser Teil mit einem Auslassungszeichen (…) markiert werden.
Namen und Orte sollten so geschrieben werden, wie es üblich ist – der erste Buchstabe sollte groß, der Rest klein geschrieben werden, es sei denn, der Name wird üblicherweise anders geschrieben, wie beispielsweise: McMurray.

Beispiele:
William Lee (nur Vornamen oder unbekannter Nachname)
/Parry/ (nur Nachname)
William Lee /Parry/
William Lee /Mac Parry/ (beide Teile (Mac und Parry) gehören zum Nachnamen)
William /Lee/ Parry (Nachname in der Mitte der Zeichenkette)
William Lee /Pa…/

(Auszug aus GEDCOM 5.5.1 Lineage-Linked Form Usage Conventions)

Namenstyp

Der untergeordnete Namenstyp (TYPE) bestimmt die Art des Namens, z.B. ob er bei der Einwanderung gewählt oder zugewiesen wurde.

aka = (»also known as«) auch bekannt als, alias
birth = Name auf der Geburtsurkunde
immigrant = Bei der Einwanderung angenommener Name
maiden = Mädchenname, Name vor der ersten Ehe
married = Name war der Ehename einer vorhergehenden Ehe
user_defined = Anderer Text, der die Art des Namens bestimmt

(Auszug aus GEDCOM 5.5.1 Lineage-Linked Form Usage Conventions)

Einen Typ zum Namen hinzufügen: Im GEDCOM Modus Kontextmenü auf den Namen → 'Eigenschaft hinzufügen …' → 'Typ'.

Namensteile

Die folgenden Kennzeichen sind für solche Systeme gedacht, die nicht effektiv mit weniger strukturierten Informationen umgehen können. Wer die optionalen Namensfelder nutzt, sollte damit rechnen, dass manche Programme diese nicht verarbeiten können.

NPFX: Namenspräfix – ein Namensteil, der auf einer Namenszeile vor dem Vornamens- und Nachnamensteil eines Namens erscheint, aber nicht für die Sortierung verwendet wird. Verschiedene dem Nachnamen vorangestellte Namensteile werden durch Kommata getrennt, für “de la Cruz” beispielsweise wäre der Wert “de, la”.
Beispiel: Lt. Cmndr. Joseph /Allen/ jr.
In diesem Beispiel wird “Lt. Cmndr.” als Namenspräfix betrachtet.

GIVN: Vorname oder erworbener Name, der zur offiziellen Identifikation einer Person benutzt wird. Unterschiedliche Vornamen werden durch Kommata getrennt.

NICK: Spitzname – ein anschaulicher oder vertrauter Name, der im Zusammenhang mit dem korrekten Namen einer Person genutzt wird.

SPFX: Nachnamenspräfix, ein Namensteil, der dem Nachnamen vorangestellt, aber nicht für die Sortierung verwendet wird.

SURN: Nach- oder Familienname – Unterschiedliche Familiennamen werden durch Kommata getrennt.

NSFX: Namenssuffix – Text, der auf einer Namenszeile nach dem Vor- und Nachnamensteil eines Namens erscheint, aber nicht für die Sortierung verwendet wird,
z.B. Lt. Cmndr. Joseph /Allen/ (jr.)
In diesem Beispiel wird “jr.” als Namenssuffix betrachtet.

(Auszug aus GEDCOM 5.5.1 Lineage-Linked Form Usage Conventions)

Mehrfachnamen und unterschiedliche Schreibweisen

GEDCOM verlangt, mehrere Namen in getrennten NAME-Strukturen aufzulisten, mit dem bevorzugten Namen zuerst, gefolgt von weiteren Namen. Jedoch nutzen einige Programme, unter Umständen nur den letzten Namen aus der GEDCOM-Datei.

:-( Das führt dazu, dass der bevorzugte Name verloren geht, wenn mehr als ein Name vorkommt.

(Auszug aus GEDCOM 5.5.1 Lineage-Linked Form Usage Conventions)

Ein Personenname ist eigentlich so einzugeben, wie er in der Quelle angegeben ist bzw. wie er zum Zeitpunkt des Ereignisses offiziell lautete.

Bei Familiennamen in verschiedenen Schreibweisen entscheiden sich viele aber aus praktischen Gründen für eine einheitliche. Das erleichtert Suchen und Auswertungen. In diesen Fällen sollte aber unbedingt der in der Quelle verwendete Namen in einer eigenen NAME-Struktur oder in einer Notiz dokumentiert werden.

Siehe auch Anwendungstipps zu GEDCOM - Mehrere gleiche Kennzeichen im selben Kontext

Wie kann man den Rufnamen markieren?

Sehr oft haben Menschen mehrere Vornamen in den offiziellen Unterlagen. Als Rufname gilt derjenige, der von vertrauten Menschen am häufigsten benutzt wird. (Das meint nicht den Spitznamen, siehe oben.)

Da es keine offizielle Methode gibt, den Rufnamen zu markieren, hier einige Möglichkeiten:

1 NAME <Rufname>
   2 TYPE aka   //oder//     2 TYPE  Rufname
1 NAME <normaler Namen>
   2 NOTE gerufen: <Rufname>

Unbekannte Personen

Es soll schon vorgekommen sein, dass zwar die Mutter eines Kindes, aber nicht der Vater bekannt ist. :-) In diesem Fall wird eine Familie mit einem unbekannten Partner erzeugt. Dessen Name sollte nicht 'Unbekannt' lauten, denn so heißt er sicher nicht.

Ferner fehlt in den ältesten Quellen oft der Familienname der Ehefrau.

Für unbekannte Namen werden meist folgende Varianten angewandt:
Familienname: NN(<Name der Frau bzw. des Mannes>); NN; (Unbekannt)
Vorname: NN-w oder NN-m

Wie können wir Personennamen in GenJ bearbeiten?

GenJ ergänzt bereits eingegebene Namen beim Eintippen automatisch. Wir können sie mit der Eingabetaste akzeptieren oder im Dropdown-Menü auswählen (schwarzes Dreieck rechts).
Zum Namen ändern siehe Editor - Namen in der ganzen Datei ändern.

Die häufigsten Namensteile sind im Editor Standardmodus zugänglich, die anderen erreichen wir im GEDCOM Modus.

Wenn wir sie benutzen, können wir ihre Sichtbarkeit in der Tabelle und einer Vorlagen für den Stammbaum und die Karteikarte und in diversen Reports und Werkzeuge steuern. Wir müssen jedoch damit rechnen, dass eventuell der Datenaustausch mit anderen Programmen nicht richtig funktioniert.

Einen Typ zum Namen hinzufügen: Kontextmenü auf den Namen → 'Eigenschaft hinzufügen …' → 'Typ'.


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de/manual/indi_names.txt · Last modified: 2011/01/03 16:34 by kpschubert
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