GEDCOM

Überblick

GEDCOM (GEnealogical Data COMmunication) ist ein de-facto Standard zum Austausch genealogischer Daten zwischen verschiedenen Genealogie-Programmen. Er wurde von den Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) entwickelt.

Eine GEDCOM Datei ist reiner Text und enthält genealogische Information über Objekte – Personen, Familien, Medienobjekte, Quellen, Übermittler und Aufbewahrungsorte – und ihre Eigenschaften und Verknüpfungen. Sie kann von jedem Textprogramm gelesen werden.
Die Datei beginnt mit Dateikopf, endet mit einem Nachspann und enthält Datensätze, die jeweils eines der o.g. Objekte beschreiben. Die Eigenschaften und Verbindungen der Objekte sind in Kennzeichen (engl. tags) beschrieben.

Die meisten Genealogie-Programme können GEDCOM Dateien im- und exportieren. Aber kaum eines verarbeitet alle GEDCOM Elemente vollständig. Einige Programme benutzen eigene Erweiterungen zum GEDCOM Format, die natürlich von anderen Programmen nicht verstanden werden.

GenealogyJ hält sich strikt an den GEDCOM Standard und kann jedes Kennzeichen verarbeiten. Damit kann man praktisch mit jedem anderen Genealogie-Programm Daten austauschen.
Es unterstützt die bequeme Eingabe und Pflege Ihrer Daten: die Eingabe der ganzen Hierarchie von Kennzeichen genau so wie der Verbindungen, also das Hinzufügen von Eltern, Partnern oder Kindern. Es sichert die Übereinstimmung der Daten mit dem Standard und die Konsistenz und Vollständigkeit der Verbindungen.

Als Benutzer muss man nicht viel über den GEDCOM Standard wissen. Aber in manchen speziellen Fällen braucht man ihn doch. Zumindest hilft er dabei, besser zu verstehen, warum GenJ so arbeitet, wie es das tut.

Einige technische Details

Die gesamte GEDCOM Information ist hierarchisch strukturiert. Ein Datensatz (für Person, Familie, Medienobjekt, Quelle, Übermittler oder Aufbewahrungsort) enthält einen Baum von Eigenschaften, der sich in einer unbegrenzten Anzahl und Tiefe verzweigen kann. Es gibt für jede Satzart definierte Eigenschaften, wie Datum, Name, Geschlecht usw., deren Werte von allen Programmen verstanden werden, die den Standard unterstützen.

Eine GEDCOM Datei ist eine einfache Textdatei mit einer Zeile für jede Eigenschaft oder Zeiger. Es gibt keine Anfangs- und Endekennzeichen (anders als in XML). Stattdessen haben die Zeilen Ebenen-Nummern. Danach folgt das Kennzeichen der Eigenschaft und deren Wert. Die Kennzeichen sind englische Abkürzungen.
Hier ist ein Beispiel eines Satzes für eine Person (die Einrückungen dienen lediglich der besseren Lesbarkeit):

  0 INDI @I001@
    1 NAME Nils /Meier/
    1 SEX M
    1 BIRT
      2 DATE 25 May 1970
      2 PLAC Rendsburg, Deutschland
    1 GRAD
      2 DATE 10 Dec 1996 
      2 PLAC Friedrich Wilhelm Universität Bonn
      2 TYPE Diplom Informatiker
    1 RESI
      2 DATE FROM Jul 1999 TO DEC 2000
      2 ADDR 202-1241 Kilborn Place
        3 CONT Ontario, Canada
        3 CITY Ottawa
        3 POST K1H1A5    
    1 NOTE @N003@

GenealogyJ bietet natürlich einen viel eleganteren Weg diese Daten zu erfassen. Man gibt nur die Werte für die verschiedenen Eigenschaften ein. GenJ kennt zu allen Eigenschaften die laut Standard möglichen Unter-Eigenschaften und bietet sie an. GenJ kümmert sich um alle Verknüpfungen zu anderen Datensätzen, wie Verwandtschaften, Verweise auf Notizen, Quellen und deren Ablageorte. Es stellt sicher, dass dieses Netz richtig ist (»referenzielle Integrität«).

Derzeit unterstützt GenJ zwei GEDCOM Versionen: 5.5 und 5.5.1. Deutsche Übersetzung: GEDCOM 5.5.1 http://www.daubnet.com/de/gedcom

GEDCOM 5.5 vs 5.5.1

GEDCOM 5.5.1 ist eine inoffizielle Version, die aber von vielen Genealogie-Programmen verstanden wird. Es gibt einige kleine Verbesserungen gegenüber 5.5 .

Wenn man zwischen den beiden Versionen umschalten will, öffnet man die Datei mit einem Texteditor und ändert eine Zeile wie hier gezeigt:

  0 HEAD                       0 HEAD
  ...                          ...
  1 GEDC                       1 GEDC
  2 VERS 5.5                   2 VERS 5.5.1
  2 FORM Lineage-Linked        2 FORM Lineage-Linked
  ...                          ...

Ein wichtiger Unterschied zwischen 5.5 und 5.5.1 ist die Behandlung von Multimedia. Empfohlen wird:

  • in GEDCOM 5.5: Das Kennzeichen FILE verweist auf eine externe Datei. Das Kennzeichen BLOB erlaubt jedoch nur das Einfügen einer Binärdatei. Damit würde die GEDCOM Datei unnötig vollgestopft. Daher nicht empfohlen.
  0 INDI @I001@
   1 BIRT
    2 OBJE
     3 FILE                   (empfohlen)
    2 OBJE @O001      (nicht empfohlen)
  0 OBJE @O001@    
   1 BLOB
  • in GEDCOM 5.5.1: Hier ist nun das Kennzeichen FILE mit dem Verweis auf eine externe Datei ebenfalls möglich.
  0 INDI @I001@
   1 BIRT
    2 OBJE
     3 FILE                   (möglich)
    2 OBJE @O001@   (ebenso möglich)
  ...
  0 OBJE @O001@
    1 FILE       

Für weitere Informationen zu GEDCOM siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Gedcom.

Datenaustausch

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de/manual/gedcom.txt · Last modified: 2011/01/03 08:58 by kpschubert
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